Begleitung für Menschen mit Demenz

Ihre Eltern brauchen Sie eigentlich rund um die Uhr. Oft für dieselben Fragen.

Welcher Tag ist heute? Wann ist der Arzttermin? Habe ich die Tablette schon genommen? Anna beantwortet das, so oft es nötig ist, und meldet sich von selbst, bevor etwas vergessen wird. So bleibt Ihnen Raum für die Gespräche, die wirklich zählen, und für gemeinsame Momente, die sich wieder leichter anfühlen.

Nahbei ist eine digitale Begleiterin für Menschen mit Demenz, per WhatsApp, Telefon oder App. Wenn etwas nicht stimmt, sagt Anna Ihnen Bescheid.

WhatsAppTelefonEigene App
So funktioniert's

Wer vergisst, kann nicht fragen. Deshalb fragt Anna.

Die meisten Apps warten, bis man sie öffnet. Anna geht auf Ihre Mutter oder Ihren Vater zu, ein paar Mal am Tag, mit kurzen Nachrichten.

1

Sie tragen ein, was wichtig ist

Termine, Tabletten, Bezugspersonen, die Adresse. Wiederkehrendes wie Müll oder Pflegedienst einmal anlegen, fertig.

2

Anna meldet sich von selbst

Morgens, nachmittags, abends und vor jedem Termin. Höchstens zwei Fragen pro Gespräch, damit es nicht zu viel wird.

3

Sie erfahren, was zählt

Einen kurzen Abendbericht und eine Nachricht, wenn etwas nicht stimmt. Jede Person in der Familie bekommt nur das, was sie betrifft.

Ein Beispiel

Ein Tag mit Werner und Anna

Inhalt des Videos als Text

Werner, 81, wohnt allein in Bremen. Seine Tochter Sabine arbeitet in Köln. Um 8:45 erinnert Anna an die Tabletten und die Notrufuhr. Am Vormittag fragt Werner, wann der Arzt kommt und was er will. Anna antwortet: Hausbesuch von Dr. Brandt um 15 Uhr, Knie und Blutdruck. Mittags erinnert sie an die Suppe im Kühlschrank und ans Trinken. Um 14:05 fragt Werner noch einmal nach dem Arzt, Anna antwortet wieder. Abends erinnert sie ans Handyladen. Sabine bekommt einen kurzen Bericht: Tabletten genommen, Arzttermin, Essen und Trinken, dreimal nach dem Arzttermin gefragt, nichts Auffälliges. Beispiel mit erfundenen Personen.

Drei Wege zu Anna

Anna kommt dorthin, wo Ihre Eltern ohnehin sind

Niemand muss etwas Neues lernen. Sie wählen den Kanal, der zu Ihrer Mutter oder Ihrem Vater passt, und können mehrere kombinieren. Was Sie eintragen, gilt für alle Kanäle.

Ab der Beta

WhatsApp

Für alle, die schon chatten. Anna erscheint als Kontakt im Telefonbuch und schreibt wie eine Bekannte.

  • Kurze Nachrichten, keine neue App
  • Antworten per Text oder Sprachnachricht
  • Läuft auf dem Handy, das schon da ist
Geplant

Telefon

Für alle, die lieber sprechen oder kein Smartphone haben. Anna ruft an, auch auf dem Festnetz.

  • Anrufe zu festen Zeiten, die Sie festlegen
  • Rückruf, wenn eine Erinnerung im Chat unbeantwortet bleibt
  • Ruhige Stimme, einfache Ja-Nein-Fragen
Geplant

Eigene App

Für mehr Sicherheit unterwegs. Große Schrift, wenige Knöpfe, auch ohne WhatsApp nutzbar.

  • Hilfe-Knopf auf dem Startbildschirm
  • Standort und Heimweg, wenn Sie das freigeben
  • Annas Anrufe im Vollbild, mit einem Tipp angenommen

Standard ist der Chat. Angerufen wird nur, wenn Sie es so einstellen, wenn eine Erinnerung unbeantwortet bleibt oder wenn Hilfe gerufen wird. Für Sie als Angehörige gibt es ein Portal im Browser, in dem Sie alles eintragen und die Meldungen sehen.

Was Sie eintragen

Einmal anlegen, Anna kümmert sich um den Rest

Anna weiß nur, was die Familie einträgt. Alles lässt sich später ändern, und mehrere Angehörige können dasselbe Konto pflegen.

TermineArzt, Friseur, Besuch, Urlaub. Mit Uhrzeit, Ort und Vorlauf, z. B. drei Tage vorher ankündigen und eine halbe Stunde vorher erinnern.
TablettenWann und welche, so wie sie auf der Packung oder im Medikationsplan stehen. Anna fragt nach, ob sie genommen wurden.
WiederkehrendesMüll rausstellen, Pflegedienst, Handy laden, Wäsche, Blumen gießen. Täglich, wöchentlich oder an bestimmten Tagen.
ThemenWas Anna im Alltag fragen darf, von Befinden bis Vorräte. Einzeln an- und ausschalten, Übersicht unten.
PersonenFamilie, Freundinnen, Nachbarn, Pflegedienst. Mit Namen und Rolle, damit Anna sagen kann, wer gleich vorbeikommt.
Wer was erfährtFür jede Person: Befinden, Wohnung, akute Meldungen, Abendbericht. Jede bekommt nur ihre Themen.
OrteAdresse, Heimweg, wo der Schlüssel liegt, die Praxis um die Ecke. Damit Anna bei „Wo muss ich hin?“ antworten kann.
TagesrhythmusWann Anna schreibt oder anruft und wann Ruhe ist. Standard: drei Gespräche am Tag, höchstens zwei Fragen pro Gespräch.
Anna selbstName, Stimme, Du oder Sie, Sprache. Ihre Eltern hören Anna in ihrer Sprache, Sie lesen die Meldungen in Ihrer.
Von Ihren Eltern„Erinnere mich morgen an …“ Was Ihre Eltern Anna selbst sagen, landet im selben Kalender.
Themen

Worüber Anna spricht, entscheiden Sie

Neben Terminen und Tabletten kann Anna nach Alltagsthemen fragen. Jedes Thema lässt sich an- und ausschalten. Häufigkeit und Uhrzeit sind voreingestellt und können geändert werden. Pro Gespräch kommen höchstens zwei Fragen vor, Wichtiges zuerst. Die Formulierung wechselt, damit es nicht nach Abfrage klingt.

Befinden

Morgens und abends, täglich

„Wie hast du geschlafen?“

Antwort: steht im Abendbericht. Geht es schlecht, erfahren es die Zuständigen sofort.

Trinken

Nachmittags, täglich, bei Hitze öfter

„Hast du heute schon ein paar Gläser Wasser getrunken?“

Bei Nein: „Trink doch gleich ein großes Glas Wasser.“

Kontakt

Nachmittags, täglich

„Hast du heute schon mit jemandem gesprochen?“

Bei Nein: Anna schlägt vor, jemanden aus der Kontaktliste anzurufen, und nennt den Namen.

Haushalt

Wäsche alle 4 Tage, Kühlschrank wöchentlich

„Ist im Kühlschrank noch alles gut?“

Bei Nein: „Schau doch mal, ob die Milch noch gut ist.“

Wohnung

Einmal pro Woche

„Funktioniert in der Wohnung alles? Heizung, Licht und Wasser?“

Bei Nein: Anna fragt, was kaputt ist, und meldet es an die Person, die sich um die Wohnung kümmert.

Handy und Notrufuhr laden

Abends, täglich

„Stecken Handy und Notrufuhr schon am Ladegerät?“

Bei Nein: „Steck beide bitte ans Ladegerät auf dem Nachttisch.“

Vorräte

Samstags, vor dem Sonntag

„Morgen ist Sonntag. Hast du noch genug zu essen da?“

Bei Nein: Anna nennt den Laden um die Ecke und wie lange er offen hat.

Bewegung

Alle 2 Tage, nur bei passendem Wetter

„Hast du Lust auf einen kleinen Spaziergang?“

Bei Nein: kein Nachhaken. Anna fragt beim nächsten Mal wieder.

Wetter und Kleidung

Morgens und vor Terminen, als Hinweis

„Draußen sind es 2 Grad. Nimm die warme Jacke.“

Keine Frage: Anna sagt es nur dazu, wenn es passt.

Weitere Themen lassen sich ergänzen, etwa Post öffnen, Blumen gießen oder ein Haustier füttern. Antwortet Ihre Mutter oder Ihr Vater nicht, fragt Anna später noch einmal und vermerkt es im Abendbericht.

Was Anna kann

Klein im Alltag, wichtig im Ernstfall

Termine und Tabletten

Erinnert rechtzeitig, kündigt Besonderes vorher an („In drei Tagen fliegt ihr nach Mallorca“) und fragt nach, ob es geklappt hat.

Alltag und Befinden

Fragt, wie es geht, ob genug getrunken wurde, ob die Wäsche gemacht ist. Wenige Fragen, jeden Tag etwas anders formuliert.

Orientierung unterwegs

„Warum bin ich hier?“ Anna verbindet Ort und Tagesplan und sagt den Heimweg an. Mit der App (geplant) meldet sie auch ungewohnte Orte an die Familie.

Hilfe holen

Ein Satz genügt, in der App ein Knopf. Anna fragt, ob jemand verletzt ist, verweist im Notfall auf 112 oder die Notrufuhr und benachrichtigt sonst die Familie oder den Pflegedienst.

Selbst erinnern lassen

„Erinnere mich morgen um vier, Helga anzurufen.“ Anna trägt es ein, und die Familie sieht es im Kalender.

Eigener Name, eigene Sprache

Anna kann auch Lotte heißen oder siezen. Sie spricht die Sprache Ihrer Eltern, die Meldungen an Sie kommen in Ihrer.

Für die ganze Familie

Verteilt über Städte, trotzdem im Bild

Viele Familien kümmern sich aus der Ferne. Nahbei legt fest, wer was erfährt, damit niemand mit Meldungen überschüttet wird und nichts untergeht.

Die Tochter

wohnt 300 km entfernt
  • Befinden und Stimmung
  • Akute Meldungen
  • Abendbericht

Der Bruder

lebt im Ausland
  • Wohnung und Handwerker
  • Akute Meldungen

Der Pflegedienst

vor Ort
  • Befinden
  • Akute Meldungen, damit jemand hingehen kann
Sicherheit und Vertrauen

Was Anna tut und was sie nicht tut

Eine Begleiterin für Menschen, die vergessen, braucht klare Grenzen. Diese gelten immer.

  • Offen eingeführt. Anna stellt sich vor, und Ihre Eltern wissen, dass sie mit einem Programm schreiben. Wer fragt, bekommt eine ehrliche Antwort.
  • Keine Diagnosen, keine Dosierungen. Anna erinnert an das, was eingetragen ist, und bewertet keine Symptome.
  • Antworten nur aus Ihren Angaben. Weiß Anna etwas nicht, sagt sie das und fragt die Familie.
  • Kein Notruf. Nahbei ersetzt weder 112 noch Hausnotruf oder Pflege. Bei Sturz oder Verletzung verweist Anna darauf.
  • Datenschutz. Daten jeder Familie getrennt, Server in der EU. Wer WhatsApp nutzt, wird darauf hingewiesen, dass Nachrichten über Meta laufen. Die Formulierungen erstellt ein KI-Dienst, der nur die nötigen Angaben erhält.
  • Offener Code. Wie Anna arbeitet, ist nachprüfbar.
Beta

Wir starten mit wenigen Familien

Anfang 2027 begleitet Nahbei die ersten Familien. Gesucht sind Angehörige, deren Eltern WhatsApp nutzen und am Anfang einer Demenz stehen.

StartJanuar 2027
Plätze5 bis 10 Familien
KanalWhatsApp, später App